Stärkung der Panzergrenadiertruppe:
Bundeswehr bestellt 200 weitere Schützenpanzer Puma
Die Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr erhält in den kommenden Jahren einen weiteren deutlichen Fähigkeitszuwachs: Rheinmetall und KNDS Deutschland werden gemeinsam 200 zusätzliche Schützenpanzer Puma an das Deutsche Heer liefern. Grundlage ist ein Änderungsvertrag zum bestehenden Rahmenvertrag, der am 19. Dezember 2025 im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) unterzeichnet wurde.
Der Auftragswert beläuft sich auf rund 4,2 Milliarden Euro brutto, wobei jeweils etwa 2,1 Milliarden Euro auf KNDS Deutschland und die Rheinmetall-Tochter Rheinmetall Landsysteme GmbH entfallen. Die Beschaffung erfolgt über die Projekt System & Management GmbH (PSM), ein Joint Venture der beiden Industriepartner. Der Vertrag läuft bis Januar 2026, die Auslieferung der ersten Fahrzeuge ist ab Mitte 2028 vorgesehen.
Erweiterung eines bestehenden Rahmenvertrags
Bereits im Mai 2023 hatte das BAAINBw einen Rahmenvertrag mit der PSM GmbH zur Lieferung des Schützenpanzers Puma geschlossen und die ersten 50 Fahrzeuge beauftragt. Mit dem nun unterzeichneten Änderungsvertrag wird dieser Rahmenvertrag substanziell erweitert. Neben den 200 zusätzlichen Gefechtsfahrzeugen umfasst die Beauftragung auch die Beschaffung von Schutzmodulen inklusive Lagerbehältern.
Darüber hinaus ist für das Jahr 2026 ein weiterer Änderungsvertrag vorgesehen, mit dem der Puma auf den Konstruktionsstand S2 weiterentwickelt werden soll. Ziel ist es, bestehende Obsoleszenzen – in Anlehnung an die Weiterentwicklung des Radschützenpanzers Schakal – zu beseitigen und zusätzliche Fähigkeiten, unter anderem im Bereich der Drohnenabwehr, zu integrieren.
Puma als Rückgrat der Panzergrenadiertruppe
Der Schützenpanzer Puma ist das Hauptwaffensystem der deutschen Panzergrenadiertruppe und zählt international zu den leistungsfähigsten und modernsten Systemen seiner Klasse. Er bietet Platz für eine Besatzung von drei Soldaten (Kommandant, Richtschütze und Fahrer) sowie einen Schützentrupp mit sechs Panzergrenadieren.
Kennzeichnend sind der modulare, hochwirksame Schutz, ein hohes Maß an Durchsetzungsfähigkeit sowie die konsequente Auslegung auf den Einsatz in vernetzten Operationen. Damit erfüllt der Puma zentrale Anforderungen moderner Landes- und Bündnisverteidigung.
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Quelle: Bundeswehr / Katrin Hanske -
Quelle: Bundeswehr / Katrin Hanske
Laufende Modernisierung bestehender Fahrzeuge
Parallel zur Neubeschaffung läuft die umfassende Modernisierung der bereits vorhandenen Puma-Flotte. In den Jahren 2023 und 2024 beauftragte das BAAINBw die Nachrüstung von 297 Schützenpanzern Puma aus Bundeswehrbeständen auf den verbesserten Konstruktionsstand S1. Diese Maßnahmen sollen bis 2029 abgeschlossen sein.
Die Nachrüstung umfasst unter anderem:
- hochauflösende, tag- und nachtsichtfähige Kamerasysteme,
- das Mehrrollenfähige Leichte Lenkflugkörpersystem (MELLS),
- sowie die Integration einer modernen digitalen Funkgeräteausstattung.
Bedeutung für die Truppe
Mit der Kombination aus Modernisierung der Bestandsfahrzeuge und der Beschaffung weiterer 200 Schützenpanzer Puma wird die Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit der Panzergrenadiertruppe nachhaltig gestärkt. Für die Soldatinnen und Soldaten bedeutet dies nicht nur eine zeitgemäße Ausstattung, sondern auch eine deutliche Steigerung von Schutz, Wirkung und Führungsfähigkeit im Gefecht.
Der Freundeskreis der Panzergrenadiertruppe e.V. begrüßt diese Entwicklung als klares Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit der Panzergrenadiere und zur Bedeutung dieser Truppengattung im Gefüge des Deutschen Heeres.
Bilder: Bundeswehr / Katrin Hanske